Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Orthopädie
Ziel unserer Studie ist die Entwicklung von Messinstrumenten zur Darstellung des Knochenstoffwechsels nach Knochenaufbauoperationen (Spongiosaplastik, Knochentransplantation) bei gelockerten Hüftendoprothesenpfannen. Die konventionelle Diagnostik stützte sich hierzu bislang auf Röntgenbilder, die jedoch keinen Rückschluß auf die frühe postoperative Knochenstoffwechselaktivität zulassen.
Gerade dieser frühe Zeitpunkt ist aber wichtig, um z.B. den Patienten über den möglichen Belastungsaufbau informieren oder aber auch, um den Effekt von zukünftigen regenerativen Therapieansätzen bewerten zu können. Weiterhin ist unbekannt, wie sich der frühe Knochenstoffwechsel im Transplantat auf dessen langfristige Integration ins Becken auswirkt. Kernstück unserer Studie ist die [18F]-NaF-Positronenemissionstomografie (NaF-PET), bei der schwach radioaktiv markiertes Natriumfluorid im sich neu bildenden Knochen angereichert wird.
Bisher konnten 12 Patienten nach Hüftendoprothesenwechsel mit Implantation eines thermodesinfizierten allogenen Knochentransplantats in die Studie eingeschlossen werden; 8 haben zwei konsekutive PET-Messungen an den Zeitpunkten 1 und 6 Wochen postoperativ erfolgreich absolviert. Postoperativ wurde ebenfalls eine Computertomografie des Beckens durchgeführt. Dieser Datensatz wird nun mit Hilfe des Programms Amira (Version 5.3.3, Visage Imaging Inc., Berlin) dreidimensional verarbeitet und die Lagebeziehungen der PET-Signale zu den anatomischen Strukturen über verschiedene Algorithmen rekonstruiert.
Es findet ebenfalls eine quantitative Auswertung der PET-Signalintensität in 8 Quadranten um das Hüftgelenk herum statt.
Bei den ersten Analysen zeigt sich hierbei ein Anstieg der knöchernen Stoffwechselleistung um das Wechselimplantat herum (siehe Abbildung). Es wird dabei deutlich, dass die hauptsächliche Stoffwechselaktivität um die implantierte Fremdspongiosa herum im Wirtsknochen und nicht innerhalb des Knochentransplantates stattfindet.

Abbildung: Zustand nach Wechsel der linken Hüftpfanne mit allogener Spongiosaplastik (gelb-grün) im Pfannengrundbereich. Es ist in diesem Bild die metabolische Knochenaktivität 6 Wochen nach dem Eingriff abgebildet (blau, PET-Daten). Hierbei zeigt sich, dass die Hauptaktivität um das Knochentransplantat herum und nicht im Knochentransplantat sichtbar ist.
Prof. Dr. med. Klaus-Peter Günther, Dr. med. Peter Bernstein

