100-Jahrfeier in der ENDO-Klinik
und Buchvorstellung
Prof. Dr. Hans Wilhelm Buchholz: Pionier und Klinik-Gründer
Hamburg, 6. Dezember 2010. Am vergangenen Samstag wäre der Gründer der ENDO-Klinik Hamburg und Nestor der deutschen Endoprothetik, Prof. Dr. Dr. Hans Wilhelm Buchholz 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hatten ENDO-Stiftung und ENDO-Verein zu einer Festveranstaltung in das Foyer der ENDO-Klinik geladen. Unter den Gästen waren neben der Familie Buchholz auch viele ehemalige Weggefährten der ersten Stunde. Eigens aus Sheffield/England angereist war Dr. Reginald Elson, der schon kurz nach der Gründung in der Klinik als Gastarzt gearbeitet hatte.
Die langjährigen Mitarbeiter von Professor Buchholz, Dr. Arnd Siegel und Dr. Wolfgang Meyer haben darüber hinaus eine Biographie erstellt, die den Menschen, Arzt und Macher Buchholz würdigt. Unter dem Titel „Hans Wilhelm Buchholz - Chirurg und Visionär” von Arnd Siegel und Wolfgang Meyer - herausgegeben von der ENDO-Stiftung - ist es im Wachholtz Verlag erschienen.
Der Chirurg und Pionier Buchholz erkannte für die Endoprothetik, welche in den 60er und 70er Jahren noch in den Kinderschuhen steckte, eine viel versprechende Entwicklung. Er feilte mit seiner Arbeitsgruppe ständig an ausgereifteren Prothesenmodellen und verbesserten Behandlungsmethoden, um Menschen ihre uneingeschränkte Beweglichkeit zurückzugeben. Um der gestiegenen Nachfrage nach endoprothetischen Eingriffen gerecht zu werden, gründeten Professor Buchholz und sein Team, die Ärzte Dr. Eckart Engelbrecht, Dr. Jürgen Röttger und Dr. Arnd Siegel 1976 schließlich die ENDO-Klinik. Die Spezialklinik an der Holstenstraße hat in den letzten drei Jahrzehnten ihren guten Ruf weiter ausbauen können und gehört weltweit zu den führenden Häusern im Bereich der Knochen- und Gelenkchirurgie. Auf diese Entwicklung wäre Professor Hans Wilhelm Professor Buchholz sicher stolz gewesen. ENDO-Stiftung und ENDO-Verein setzen sich für die Forschungsförderung und Ausbildung im Bereich Endoprothetik ein. In Planung ist u.a. ein Prothesenmuseum mit dem Institut für Medizingeschichte der Universität Hamburg. Hier können Interessierte dann künftig auch die Ursprungsprothese „St. Georg“ in Augenschein nehmen.
Mehr über den ENDO-Verein, die ENDO-Stiftung oder die ENDO-Klinik Hamburg unter www.endo.de oder www.endo-verein.eu und www.endo-stiftung.eu.

Familie Buchholz, Dr. Reginald Elson, Dr. Arnd Siegel, Renate Meyer, Dr. Christian Friesecke, Sibylle Stauch-Eckmann sowie Ärzte der ENDO-Klinik vor der Büste von Professor Buchholz.
5. Juni 2010 - Stiftungen bewegen die Stadt!
Unter diesem Motto fand der 3. Hamburger Stiftungstag, veranstaltet vom Initiativkreis Hamburger Stiftungen, am 5. Juni 2010 im Hamburger Rathaus und in der Handelskammer Hamburg statt. Die ENDO-Stiftung hat für den Themenbereich "Wissenschaft / Wissenschaftsstandort Hamburg" an dieser Veranstaltung teilgenommen.

3. Hamburger Stiftungstag 5. Juni 2010.
ZEIT vom 26. März 2009
Stiftungen - Anzeigenspezial des Zeitverlags
WICHTIGE STÜTZE
Das hiesige Stiftungswesen ist vornehmlich im kulturellen und karitativen Milieu verankert, mit der Folge einer finanziellen Unterversorgung unabhängiger wissenschaftlicher Forschung. Hier setzt die Endo-Stiftung an.
Üblicherweise unterstützen Pharma- und Gesundheitswirtschaft in Deutschland die Forschung und Wissenschaft auf ihrem Gebiet - eine nicht nur unter Experten höchst umstrittene Liaison. Auch Dr. Christian Friesecke, Leitender Oberarzt der Endo-Klinik in Hamburg, verspürt "ein Geschmäckle, wenn derjenige, der Geld mit einem bestimmten Produkt verdienen will, die Erforschung von dessen Nützlichkeit finanziert. Daher sind wir glücklich und auch ein wenig stolz darauf, mit der Endo-Stiftung eine unabhängige Förderung ermöglichen zu können".
Konkreter hat sich die ebenfalls in Hamburg ansässige Stiftung der medizinischen Forschung auf den Gebieten der Erkrankungen respektive Fehlentwicklungen des menschlichen Stütz- und Bewegungsapparates und deren Heilung verschrieben. Dies geschieht zum einen über die Vergabe entsprechender Aufträge an nicht gewerbliche (gemeinnützige) Einrichtungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts, zum anderen mittels Gewährung von Stipendien an Wissenschaftler, die nicht in der erwerbswirtschaftlichen medizinischen Forschung tätig sind.
Errichtet wurde die Stiftung vor sieben Jahren durch den gemeinnützigen Endo-Verein als langjährigen Träger der 1976 gegründeten Endo-Klinik. Basis dafür war der zuvor erfolgte Verkauf der Klinik an die Damp-Holding gewesen. Der Erlös floss in die neue Endo-Stiftung, um das Kapital - 8,5 Millionen Euro - dauerhaft zu erhalten und sinnvoll arbeiten zu lassen. "In der Konsequenz musste der Endo-Verein eine alternative Bestimmung finden; er wurde zum Förderer der Stiftung", illustriert Chirurg Friesecke als deren Vorstandsvorsitzender.
Wie wesentlich die Arbeit ist, bringen führende Mediziner zum Ausdruck. "Die Endo-Stiftung fördert die Grundlagenforschung im Bereich der Orthopädie und Endoprothetik", verdeutlicht Dr. Lars Morawietz von der Charité Berlin, "sie füllt damit eine wesentliche Lücke aus, da andere Mittelgeber die Wichtigkeit dieses Forschungsbereichs oft unterschätzen.". Tatsächlich gehören angeborene, erworbene und verletzungsbedingte Störungen des mensschlichen Stütz- und Bewegungsapparates neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten des Körpers.
Umso mehr bedauert Prof. Dr. Bodo Kurz von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, "dass die Erforschung auf dem Fachgebiet der Endoprothetik nur durch wenige Institutionen gefördert wird", obwohl etwa die Gelenkerkrankungen durch die maßgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten eine sehr hohe volkswirtschaftliche wie individuelle Bedeutung haben. "In unserer Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns mit De- und Regeneration von Knorpelgeweben im Gelenkknorpel oder in den Menisken", so Kurz.
Das Ziel lautet, Therapien zu entwickeln, die Zeitpunkt oder Notwendigkeit des Einsatzes von Endoprothesen für die Patienten möglichst hinauszögern. Die klassischen Empfänger derart aufwendiger Eingriffe sind zwischen 60 und 70 Jahren alt - angesichts der Restlebenszeit und der Kostenexplosion im Gesundheitswesen nicht unumstritten. Endo-Stiftungschef Friesecke kann die Diskussion nicht nachvollziehen: "In Zukunft werden die Menschen weit länger im Berufsleben verbleiben müssen, wenn vielleicht auch in anderer Art und Weise."
Anders werde eine in ihrer Altersstruktur sich so dramatisch verändernde Gesellschaft gar nicht überleben können. "Dafür brauchen wir Therapiemöglichkeiten, die auch die Älteren leistungsfähig erhalten", so Friesecke. Gerade durch Fortschritte der Behandlung von Leiden im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates sei dies "sehr gut möglich, denn sie erhalten die Mobilität der Menschen". In diesem Kontext steht das Jahresspendenprojekt des Endo-Vereins, das traditionell durch Spenden aus den Reihen der Mitglieder finanziert wird.
2008 konnten so gut 175000 Euro für eine Studie gesammelt werden. Sie soll Arthrofibrose erforschen, eine überschießende Narbenbildung mit daraus resultierender sehr eingeschränkter Beweglichkeit nach dem Kniegelenksersatz. Noch liegen die Ursachen dafür im Dunkeln. Im laufenden Jahr suchen Stiftung und Verein das Spendenprojekt erstmals per Ausschreibung in Fachjournalen und über die Homepage www.endo-stiftung.eu. Ziel ist es, die Stiftung noch bekannter zu machen und so das Antragsspektrum zu verbreitern.
Hamburger Abendblatt vom 16.10.2008
Stiftungsbeilage
Medizin: 8,5 Millionen Euro für die Knochenforscher
Ein neues Gelenk bringt neue Lebensqualität
Wie werden Endo-Prothesen besser verträglich und länger haltbar? Die Hamburger Endo-Stiftung fördert Projekte von Wissenschaftlern.
Von Yvonne Scheller
Mobilität ist ein wesentlicher Faktor von Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität. Die Endo-Stiftung fördert mit einem Stiftungskapital von 8,5 Millionen Euro wissenschaftliche Projekte zur Erforschung und Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates – hierunter fallen etwa Eingriffe an Hüftgelenk, Schulter, Ellenbogen oder Kniegelenk. „Wir sind in dem speziellen Bereich der Endo-Prothetik aktiv. In den von uns unterstützten Projekten geht es beispielsweise um die Verträglichkeit und Standzeiten, also die Haltbarkeit von künstlichen Gelenken“, erklärt Dr. Cosima Lüdeke, Geschäftsführerin der Endo-Stiftung. „Immerhin zählen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats heute zu den häufigsten des menschlichen Körpers.“
Da man in den vergangenen Jahrzehnten erfahren hat, wie sehr ein künstliches Gelenk die Lebensqualität von Patienten verbessern kann, wächst die Relevanz dieser Forschung. Ein Aspekt hierbei ist auch, dass die allgemeine Lebenserwartung wächst und die klassischen Empfänger von Endoprothesen, die zwischen 60 und 70 Jahre alt sind, auch eine lange Haltbarkeit ihrer Prothesen garantiert sehen möchten. Außerdem wird der Eingriff heutzutage in immer jüngeren Jahren vorgenommen. „Zuvor wurde eher die Auffassung vertreten, diesen nicht unkomplizierten Eingriff – der eigene Knochen wird entfernt und durch einen künstlichen ersetzt – so lange wie möglich hinauszuzögern. Doch inzwischen hat sich die Technik explosionsartig entwickelt, so dass zum Beispiel Patienten mit angeborenen Gelenkerkrankungen auch schon im zweiten Lebensdrittel eine Prothese erhalten.“
Dennoch sei die unabhängige wissenschaftliche Forschung gerade in finanzieller Hinsicht immer noch unterversorgt, erklärt Lüdeke weiter. Dabei seien die Forschungsansätze, um einen möglichst optimalen Einsatz von Prothesen zu gewährleisten, ausgesprochen vielfältig. Immer noch gibt es zahlreiche Probleme, die schlimmstenfalls eine Austausch-Operation zur Folge haben, etwa wenn der eigene Knochen nicht an der Prothese anwächst. So befassen sich mehrere der von der Endo-Stiftung geförderten Forschungsprojekte mit der septischen und aseptischen Prothesenlockerung. Letztere ist Ursache für etwa drei Viertel aller Revisionen, also für weitere Operationen, bei denen das künstliche Gelenk ausgetauscht werden muss. „Relativ bekannt ist, dass ein entzündlicher Prozess zu einer Lockerung führen kann. Es gibt aber auch Lockerungen ohne erkennbare Entzündung und ohne nachzuweisende Keime“, erklärt Lüdeke. Ein besseres Verständnis dieser Vorgänge soll den Weg bereiten für konservative Therapien, welche die Lockerung bekämpfen. In Kombination mit neuen, molekularbiologischen Methoden, die erlauben, zu einem viel früheren Zeitpunkt als bisher eine Lockerung festzustellen, könnte die erneute Operation zum Zweck des Austauschs einer Prothese vermieden werden.


